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Die Abmessungen der Bruthöhlen A und B.

Nach dem Ausfliegen der Jungvögel konnten die Abmessungen der Bruthöhlen untersucht werden, ohne dass dabei die Vögel gestört werden mussten.

Mit einem Gliedermaßstab, der bis zur Rückwand der Nestkammer eingeschoben wurde, konnte man am Flugloch eine Gesamttiefe der Höhle A von 1.20 m ablesen:

Mit dem Endoskop wurde kontrolliert, ob der Maßstab auch tatsächlich an der Rückwand anliegt:

Das folgende Bild zeigt, dass die Nestkammer, die sich an das Ende der Brutröhre anschließt, eine Tiefe von 30 cm aufweist. Die Laufröhre vom Flugloch bis zum Beginn der Kammer ist also 90 Zentimeter lang:

Das folgende Bild zeigt, dass die Bruthöhle B vom Flugloch bis zur Nestkammerrückwand sogar eine Gesamtlänge von 1,50 m aufweist.

Die beiden folgenden Bilder ermöglichen eine grobe Abschätzung des Röhrenquerschnitts der Höhle A:

Höhe ca. 9 cm, Breite etwa 7 cm:

Für die Laufröhre allein ergibt sich daraus ein geschätztes Abraumvolumen von 4.5 Litern.

Dazu kommt noch das Volumen der Nestkammer, das ich grob so abschätze, als ob es sich um einen Kreiszylinder mit dem Radius von 15 cm und einer Höhe von 9 cm handeln würde. Dieses Volumen wären dann nochmal 6.4 Liter. Die Bienenfresser hatten also beim Bau ihrer Bruthöhle A ein Volumen von etwa 11 Litern Löss wegzuräumen!

Für die Bruthöhle B schätze ich wegen der um 30 cm längeren Laufröhre und deren etwas größerem Querschnitt (Höhe 10 cm, Breite 7cm) bei angenommen gleichem Volumen der Nestkammer sogar auf ein Abraumvolumen von etwa 13 Litern.

Weil mich die Frage interessierte, wieviel der von dem Höhlenerbauern weggeschaffte Lössabraum gewogen haben mag, wollte ich versuchen, eine mittlere Dichte des Materials zu bestimmen.

Ich besorgte mir für diesen Zweck ein Stahlrohr und markierte auf seiner Außenseite einen improvisierten Maßstab mit äquidistanten Strichen von je 1 cm Abstand, gemessen vom Rohrende in Richtung auf das andere Ende des Rohres.

Das Rohr hatte bei kreisrundem Querschnitt einen Innendurchmesser von 59 mm.

Zur Probenahme wurde an der ausgesuchten Stelle (in der Nähe der Brutröhren A und B) zunächst die Lösswand mit einem Taschenmesser möglichst sauber "verebnet" und dann das Stahlrohr bis zu einer der Strichmarken unter leichtem Hin- und Herdrehen eingestochen. Am äußeren Rohrende war ein Plasikbeutel zum Auffangen des herausgestochenen Materials befestigt.

So konnte ich die Abmessungen des jeweils erhaltenen Kreiszylinders recht genau ermitteln und ein Blick in die zylindrische Höhlung zeigte, ob die herausgestochene Probe die erwartete regelmäßige Form hatte.

Bei der Höhle A wurden zwei Proben genommen:

A1: Einstichtiefe 5 cm

A2: Einstichtiefe 7 cm

Bei der Brutröhre B wurde nur eine Probe genommen

B: Einstichtiefe 10 cm

Die aus der Kreiszylindergeometrie berechneten Volumina der drei Proben:

A1: 136.7 Kubikzentimeter

A2: 191.3 Kubikzentimeter

B : 273.4 Kubikzentimeter

Die Wägung der Lössproben ergab folgende Werte:

A1: 171 Gramm, daraus ergibt sich eine Dichte von 1.25 Gramm pro Kubikzentimeter

A2: 270 Gramm, daraus ergibt sich eine Dichte von 1.41 Gramm pro Kubikzentimeter

B : 245 Gramm, daraus ergibt sich eine Dichte von 0.90 Gramm pro Kubikzentimeter

Bei einer Wiederholungswägung der über drei Tage bei Raumtemperatur getrockneten Proben ergaben sich folgende Gewichte:

A1: 168 Gramm, daraus ergibt sich eine Dichte von 1.23 Gramm pro Kubikzentimeter

A2: 263 Gramm, daraus ergibt sich eine Dichte von 1.37 Gramm pro Kubikzentimeter

B : 237 Gramm, daraus ergibt sich eine Dichte von 0.87 Gramm pro Kubikzentimeter


Zum auffalend abweichenden Ergebnis der Probe B vermute ich, dass trotz aller Sorgfalt doch ein kleiner Anteil der Probe nicht erfasst wurde oder aber dass die Probe B vielleicht in ihrem Inneren einen Hohlraum aufgewiesen haben mag.

Bei aller offensichtlich gebotenen Skepsis nehme ich für die Dichte der Lössformation bei den Bruthöhlen einen Wert von 1.3 Gramm pro Kubikzentimeter an

Bei den oben angenommenen Abraumvolumina der beiden Höhlen würde das bedeuten, dass die Vögel der Brutröhre A insgesamt 14 Kilogramm Löss abgeräumt haben und in der benachbarten Höhle B wären es dann sogar 17 Kilogramm gewesen!


Diese Seite wurde erstellt am 8.8.2011

Letzte Aktualisierung: 22.8.2011