So ganz kann man sich auf das "Fix" bei den Fixsternen offenbar doch nicht verlassen! Sie zeigen über längere Zeitspannen und bei genauerem Hinsehen doch gewisse Eigenbewegungen. Die Konfiguration der Fixsterne ist deshalb veränderlich, wenn vielleicht auch nur geringfügig. Immerhin kann man aber versuchen, künftige Positionen möglichst zutreffend zu berechnen.

 

Zunächst dachte ich in meiner Ahnungslosigkeit, dass man einfach die Eigenbewegungskomponenten für den gewählten Stern aus dem Katalog entnehmen könnte und nach Multiplikation mit der vergangenen Zeitspanne über Addition an den Koordinaten anbringen müsste. Das ergab aber immer falsche Werte für die jeweilige Rektaszension und Deklination. So musste ich also wieder mal nachsehen und fand dann den erforderlichen Rechenaufwand ziemlich lästig. Deshalb entschloss ich mich das folgende Applet als Rechenhilfe zu erstellen. Für mich wenigstens erwies es sich dann auch als nützlich, und vielleicht teilen Sie nach dem Ausprobieren ja meine Einschätzung.Die erforderlichen Daten für den gewählten Fixstern sind einem geeigneten Sternkatalog zu entnehmen. Die hier vorgegebenen Werte beziehen sich auf den Stern Kochab im kleinen Wagen.Erforderlich sind die jeweilige Rektaszension und Deklination für die Epoche J2000 sowie die beiden Werte für die Eigenbewegung in RA und Dk

Mittlerweile (9.3.2012) musste ich erkennen, dass es wohl noch Spielraum für "Verbesserung" zu geben scheint. Außer der bislang berücksichtigten Eigenbewegung und Präzession waren wohl noch Nutation, Aberration und Ekliptikschiefe in die Rechnerei einzubeziehen (hoffentlich habe ich diesbezüglich mein Exemplar von Meeus's "Astronomical Algorithms" richtig verstanden!). So habe ich das alles auch mal schön "eingearbeitet" und bin auf Widerrede von kompetenterer Seite gespannt.

Was mir dann allerdings auffiel war, dass die Eigenbewegung über Zeitspannen von vielleicht auch mal ein paar Jahrzehnten bei der zeitlichen Veränderung von Rektaszension und Deklination meist kaum ins Gewicht fällt. Selbst der Barnardsche Pfeilstern mit der größten Eigenbewegung unter den Fixsternen hat mich diesbezüglich etwas enttäuscht. Das können Sie gleich mal selbst ausprobieren indem sie auch diesen Stern mal mit seinen ausgefallen großen Eigenbewegungskomponenten auf eine Zeitreise schicken: Zum Vergleich lassen Sie ihn danach versuchsweise über die gleiche Zeitdistanz laufen, jetzt aber indem Sie beide Komponenten seiner Eigenbewegung auf null setzen.

Als Daten für den Pfeilstern finden Sie zum Beispiel:

RektszensionJ2000: 17 57 48.50

DeklinationJ2000: +04 41 36.2

proper motion in RA: - 0.0532 Sekunden pro Jahr

proper motion in Dk: 10.328 Bogensekunden pro Jahr

Für den Zielzeitpunkt darf es dann zum Beispiel auch mal der 1. 1. 2050 sein - und Sie werden sehen, dass ein Großteil der Koordinatenänderung auch ganz ohne die hier ungewöhnlich großen Eigenbewegungskomponenten zustande kommt.

 

.Das Applet "Eigenbewegung" erscheint in einem Java-fähigen Browser.

Die Seite wurde erstellt am 3.3.2012

Letzte Aktualisierung: 12.3.2012