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Foucault-Pendel : Seine Spuren am Himmel und auf der Erde, Teil 2

Vielleicht sollte man doch nicht so leicht resignieren bei der Suche nach einem erkennbaren Bezug der Ebene des Foucault-Pendels einerseits und dem Fixsternhimmel andererseits.

Anhand der beiden folgenden Skizzen möchte ich zeigen, was ich meine :

 

Es ist eine gerade Verbindungslinie gezogen vom Stern Nr. 9 im Sternbild Auriga (=Fuhrmann) im Osten zum Stern Nr. 3 im Sterbild Aquila (= Adler) am Westhimmel. Der Zeitpunkt, 2. April 2001, 11:21:29 Uhr MEZ. Die beiden Sterne stehen sich bezogen auf den Zenit ziemlich genau um 180° gegenüber und der Azimutwert für 3 AQL beträgt 72,8 °.

Das nachfolgende Bild zeigt die Situation am Himmel nach einer Zeitspanne von 2 Stunden und 40 Minuten :

 

Wieder ist eine gerade Verbindungslinie gezogen vom Stern Nr. 9 im Sternbild Auriga (=Fuhrmann) im Osten zum Stern Nr. 3 im Sterbild Aquila (= Adler). Der Zeitpunkt, 2. April 2001, 14:01:29 Uhr MEZ. Der Azimutwert für 3 AQL beträgt 104,2 °.

Die blaue Linie hat sich also in 2 Stunden und 40 Minuten um 31,4 ° gedreht. Dies entspräche einer Winkelgeschwindigkeit von  31,4° · 60/160 = 11,8 °/ Stunde.

Zur Kontrolle hier noch die Azimutwerte für den Stern Nr. 9 AUR :  255,0°  und 286,6°. Es ergibt sich eine Drehung von 31,6 °. Dies entspricht einer Winkelgeschwindigkeit von 11,9 °/ Stunde.

Ist es nur zufällig, dass diese Werte so nahe bei dem Wert der Winkelgeschwindigkeit liegen, mit der sich auf dem 50. nördlichen Breitengrad die Ebene des Foucault-Pendels dreht (11,52 ° / Stunde) ? Der Unterschied beträgt weniger als 3 % ! 

Lassen Sie mich hier deutlich formulieren, was zur Debatte steht. Ich möchte die Winkelgeschwindigkeit untersuchen, mit der Fixsterne durch den sog. "ersten Vertikal" ziehen. 

Meine Vermutung: Diese Winkelgeschwindigkeit dürfte der Winkelgeschwindigkeit gleich sein, mit der sich die Ebene des örtlichen Foucaultpendels um die Lotlinie dreht.

Die Ebene des ersten Vertikals geht durch meinen Standort, steht senkrecht auf der Horizontebene und auch senkrecht auf der Ebene des Meridians. Die Meridianebene ihrerseits steht ja bekanntermaßen ebenfalls senkrecht auf der Horizontebene und verläuft vom Südpunkt über meinen Standort zum Nordpunkt des Horizonts. Damit ist also die Ebene des ersten Vertikals diejenige Ebene die alle Orte an der südlichen Hälfte der Himmelskugel von denen an der nördlichen Hälfte trennt.

Der erste Vertikal ist die Schnittlinie der Ebene des ersten Vertikals mit der Himmelkugel. Diese Linie ist also ein Großkreis auf der Himmelkugel und führt vom Ostpunkt meines örtlichen Horizonts über den Zenit genau zum Westpunkt meines Horizonts.

Die Vermutung soll mit Testwerten überprüft werde, die ich mir von meinem Applet zur Berechnung von Fixsternpositionen berechnen lasse. 

Die Ergebnisse finden Sie in der nächsten Folge dieser Reihe.

Diese Seite wurde erstellt am 2.04.2001

Letzte Aktualisierung : 07.01.2002