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Der "Schleifenschluss"-Test.

Während der Messung auf den beiden TP (A und B) wurde mit einem dritten Empfänger auf einem weiteren Punkt C gemessen. Die Koordinaten dieses Punktes waren aus eigenen Messungen mit dem Theodolit unter Bezug auf 4 umliegende Aufnahmepunkte bestimmt worden, werden aber hier nicht gebraucht 

Diese Messanordnung der drei Empfänger, die auf den Punkten A B und C gleichzeitig messen, gestattet nun eine weitere Kontrolle durch Einbeziehung der beiden weiteren Basislinien (A-C und B-C). Es ist sicher unmittelbar einleuchtend, dass diese weiteren Linien als zusätzliche Kontrollmöglichkeit genutzt werden können. 

Es sollte nämlich so sein, dass die aufsummierten Werte aller drei DX-Werte Null ergeben. Gleiches müsste auch für die Summen der DY und die DZ-Werte gelten, weil natürlich der Weg von A nach B und danach von B nach C zu einer Position führt, die gleich der Position ist, die man auf dem Weg von A direkt nach C erreicht, indem man zu den X,Y,Z-Werten von A die DX-, DY- und DZ-Werte der Strecke A-C addiert. Anders ausgedrückt muss der Weg von A über B nach C zum gleichen Ort führen, wie der Weg von A direkt nach C.

Um nun sicher zu gehen, dass die Ergebnisse der Berechnung "nichts voneinander wissen", lasse ich das Programm in drei unabhängigen Prozessen die drei Basislinien berechnen (A-B, B-C und C-A) ohne die Datei der Messwerte des jeweils dritten Empfängers. Es ist auch klar, dass ich für diesen Test die Gauß-Krüger-Koordinaten und die Höhen der drei Punkte nicht benötige, weil ich hier ja nur die "innere Stimmigkeit" der drei Messwertetripel (DX, DY und DZ) überprüfen will. Ich erwarte in diesem Fall wieder ähnlich gute Werte wie die in der letzten Folge beschriebenen, also etwa ± 5 cm.

Hier die Werte für die einzelnen Basislinien :

 

DX

DY

DZ

A => B

-1413,439

1307,222 1073,578
B => C -324,015 2587,157 -40,334
C => A 1737,456 -3894,380 -1033,243
Summe 0,002 -0,001 0,001

Das sehr bemerkenswerte Ergebnis  : Der Schleifenschlusstest liefert nur 2 mm Anschlussfehler  in X-Richtung (bei 3474 m Gesamtlänge in dieser Richtung) und je etwa 1 mm in Y- und in Z-Richtung (bei 7788 m bzw. 2147 m Gesamtlängen in diesen beiden Richtungen) !.

Die größeren Diskrepanzen in der letzten Folge scheinen also nicht an der Unzulänglichkeit der Messung (Methode, Gerät und Auswertesoftware) sondern vielleicht eher an nicht ganz richtigen Koordinaten der Messpunkte, mangelnder Zentrierung und ungenau gemessener Antennenhöhe zu liegen.

Die Reihe der Berichte wird hier fortgesetzt.

Die Seite wurde erstellt am : 8.1.2001

Letzte Aktualisierung am : 09.01.2002