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War das etwa schon alles ?

Die bisher beschriebenen Ergebnisse mit den GPS-Empfängern lassen erkennen, dass ich bislang immerhin Genauigkeiten im Bereich von etwa ± 5 cm erreicht habe, was weit über den erreichbaren Zuverlässigkeiten der üblichen GPS-Empfänger liegt, die nach dem Code-Prinzip arbeiten. Natürlich ist dazu aber jeweils eine einstündige Messdauer erforderlich gewesen. Das lässt dieses Vorgehen für dynamische Anwendungen wie zum Beispiel einer Fahrzeugnavigation völlig ungeeignet erscheinen. 

Immerhin kann man aber auch einen großen Vorteil erkennen gegenüber der Verwendung von Theodoliten beim üblichen "terrestrischen" Vermessen. Man braucht dort nämlich immer freie Sicht zum anzupeilenden Ziel. Diese Bedingung zwingt gelegentlich zu gewissem Aufwand, wenn die freie Sicht nicht ohne weiteres gewährleistet ist, z.B. wegen dazwischenliegender Gebäude oder dichter Vegetation.

Für die Vermessung mit GPS-Empfängern ist solche direkte Sichtverbindung zwischen den einzelnen Empfängen unerheblich. Es kann sich ein Berg zwischen beiden Geräten befinden und Abstände bis zu 10 km sind auch nicht problematisch. Statt dessen ist aber für jedes einzelne der Geräte weitgehend freie Sicht zum Himmel erforderlich, damit möglichst viele Satelliten "gesehen werden". Dass man also inzwischen immer noch den Theodolit im Einsatz sieht, sogar deutlich häufiger als GPS-Geräte, hängt sicher nicht nur mit dem Anschaffungspreis zusammen sondern es gibt eben für beide Gerätearten eigene typische Anwendungsvorteile je nach den Gegebenheiten der Messsituation. Im Übrigen will ich nicht vergessen, dass meine bisher erreichte Genauigkeit so auch noch nicht an die eines Theodolits heranreicht.

Ich muss sogar gestehen, dass ich von meinen Ergebnissen eher etwas enttäuscht war. Sollte das nicht eigentlich noch deutlich genauer funktionieren ? War es vielleicht doch so, dass die Granitpfeiler der trigonometrischen Punkte, deren ich mich bei meinen Versuchen bediente, mit ihren wirklichen Koordinaten doch nicht so gut den Soll-Koordinaten entsprachen ? Ich hatte ja die Lage nie durch eine Kontrolle anhand der sog. Sicherungen in der Umgebung überprüft und bei Fragen erfahren, dass tatsächlich mit Abweichungen bis zu 3 cm zu rechnen sei.

Es drängte sich mir die Frage auf, ob die beobachteten Abweichungen vielleicht weniger durch die Genauigkeitsgrenzen der Geräte bedingt seien, als vielmehr eine Folge meiner mangelnden Routine (Fehler bei der Aufstellung: Schlechte Zentrierung und Horizontierung, ungenaue Bestimmung der Antennenhöhe) sein könnten, oder eben auch einfach der Ungenauigkeit der Koordinaten meiner Festpunkte selbst entsprächen.

Daher lenkte ich bei weiteren Versuchen mein Augenmerk auf die Übereinstimmung bei Wiederholungen einzelner Messungen, also auf die Reproduzierbarkeit der Werte des jeweiligen Tripels von DX, DY und DZ bei der Bestimmung von Basislinien (vorerst ohne rechnerische Ausgleichung). 

Über die Befunde berichte ich hier

Die Seite wurde erstellt am 9.1.2001

Letzte Aktualisierung : 09.01.2002