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Das Vorgehen, Schritt für Schritt

 

 

Berührungslose Längenbestimmung von Kriechtieren mit dem Fotoapparat.

Über ein zweckmäßiges Vorgehen habe ich mir längere Zeit Gedanken gemacht und verfahre derzeit auf folgende Weise:

Zuerst wird möglichst viel geknipst, wenn ein Tier nahe genug gekommen ist, dass es halbwegs formatfüllend erfasst werden kann. Es sind auch Videoaufnahmen denkbar, aus denen später mit entsprechender Software Schnappschüsse gewonnen werden können.

Wichtige Voraussetzungen beim Aufnehmen sind:

  • Das Tier sollte auf einer gut ebenen Fläche fotografiert oder gefilmt werden. Es ist nicht erforderlich, dass man beim Knipsen oder Filmen darauf achtet die Aufnahmeebene des Kamerachips parallel zur Ebene mit dem Reptil zu halten. Es darf also auch „schräg“ geknipst werden, denn die sogenannten „stürzenden Linien“ der perspektivischen Verzerrung werden später einfach wieder „weggerechnet“.
  • Die Fläche sollte möglichst zahlreiche Strukturen aufweisen, die auch auf späteren Aufnahmen der betreffenden Stelle noch erhalten und gut wiedererkennbar sein müssen. Ein gutes Foto der Ebene ohne das Tier wird ebenfalls aufgenommen und für vergleichendes Suchen am Aufnahmeort großformatig ausgedruckt.
  • Die später aufgenommenen Bilder sollen es ermöglichen, dass man auf ihnen für jeden Bildpunkt die Lagekoordinaten berechnen kann, also zum Beispiel einen x-Wert und einen y-Wert, jeweils in cm, bezogen auf ein passend gewähltes rechtwinkliges Koordinatensystem auf der abgebildeten Ebene. Auf dieses Bild wird später die "Rückenlinie" des Tieres "hinübergerechnet" und dort werden dann die Lagekoordinaten ihrer charakteristischen Punktmarken (z.B. auf dem nachfolgenden zweiten Foto (Bild K2) die Balkenschnittpunkte der gelben Kreuzchen) ermittelt.
  • Weil die erforderlichen Lagekoordinaten nicht leicht bestimmbar sind, muss nach Hilfsmitteln gesucht werden. Anfangs habe ich gelbe Marken auf die Fläche geklebt. Die markierten Stellen sind solche, die auch auf dem Bild mit dem Reptil möglichst eindeutig auffindbar sein müssen. Zur Bestimmung der Koordinaten habe ich dann ein transparentes Millimeterpapier auf die Fläche mit den Marken gelegt und ihre durchscheinenden Positionen auf dem Papier abgelesen, notiert und zur Dokumentation auch fotografiert. Später habe ich besser transparentes Millimeterpapier selbst auf Overheadfolie gedruckt und auch damit brauchbare Koordinatenbestimmungen machen können. Dazu wurde einfach die Ebene ohne das Tier und ohne Marken nur mit der aufgelegten bedruckten Folie fotografiert (Bild K8) und die Lagekoordinaten interessierender Stellen später vom Bild abgelesen. Auch eine andere Variante hat sich bewährt. Dazu wird ein rechteckiges Stück Acrylglas auf der Unterseite mit nummerierten Marken beklebt (Bilder K3 und K4), deren Lagekoordinaten von einem darunter gelegten Millimeterpapier zuvor abgelesen und notiert wurden. Die Plexiglasscheibe mit ihren Marken wird nun einfach auf die Fläche gelegt und fotografiert (Bild K7). Die ideale Transparenz lässt neben den Marken auch feinste Details der Strukturen der Fläche selbst erkennen. Auf den Fotos sind die Pixelkoordinaten dieser Stellen abzulesen und später sind daraus über die bekannten Lagen der nummerierten Marken auch ihre Lagekoordinaten sowie auch diejenigen weiterer interessierender Punkte berechenbar
  • Die Bilder K9 und K10 zeigen wie in K7 und K8 die Kreuzchen der Rückenlinie (K5 und K6) hineingerechnet wurden, ganz entsprechend dem Bildpaar K1 und K2.

Die Auswertung des Beispiels von K9 und K10: Der abgebildete Winzling einer Mauereidechse misst laut Bildauswertung

von Bild K9 ------- 5.94 cm

laut Bild K10 ----- 5.84 cm

Mit der Abweichung von 1 mm, hier also etwa 2 % bin ich zufrieden.

 

Bild K1
Bild K2
Bild K3
Bild K4
Bild K5
Bild K6
Bild K7
Bild K8
Bild K9
Bild K10
Hier finden Sie das Vorgehen beschrieben an einem Beispiel, Schritt für Schritt.

Die Seite wurde erstellt am 7.9. 2012

Zuletzt aktualisiert: 11.9. 2012