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Ein weiterer Weg zu einem Modell der Kirche führt über die Methode der Photogrammetrie.

Da ich ja ohnehin meine Studien mit einigen hundert Digitalfotos begann und weil ich auch ein ausgezeichnetes Photogrammetrie-Programm besitze (PhotoModeler), lag es nahe, die Erstellung eines Modells auch über diesen Weg auszuprobieren.

Für mein Vorhaben erwies es sich als nützlich, dass man mit PhotoModeler ganz leicht Linien zwischen Punkten erzeugen kann - einfaches Anklicken der beiden Endpunkte genügt. Die Anschaulichkeit eines 3D-Modells kann durch geschickt eingesetzte Linien nach meiner Erfahrung deutlich verbessert werden. Das folgende Bild wurde bei einer PhotoModeler-Sitzung vom Bildschirm aufgenommen.

Spätestens wenn man mal die Distanzen zwischen einigen Modellpunkten mit dem Taschenrechner über die räumliche Variante des Satzes von Pythagoras mühsam eingetippt und berechnet hat, wird einem bewusst, wie komfortabel dagegen diese Aufgabe von PhotoModeler erledigt wird: Ersten Punkt im 3D-Bild anklicken, zweiten Punkt bei gedrückter Shifttaste anklicken, fertig!

Die 3D-Modelle, die man mit PhotoModeler erzeugt hat, lassen sich auch in einem für JavaView lesbaren Format exportieren (Wavefront .obj). So können sie dann auch mit dem kostenlosen JavaView dargestellt und "von allen Seiten betrachtet werden":

Es zeigt sich, dass die Anreicherung des Modells mit Linien wirklich einen Gewinn bedeutet. Im reinen Punktmodell ist die ungewöhnlich reiche Gliederung der westlichen und östlichen Außenwände bestenfalls nur zu ahnen, wenn man das reine Punktemodell als Grundriss im Blick von oben darstellt.

Was liegt nun aber näher als der Gedanke, die beiden auf so verschiedenen Wegen erzeugten Modelle gemeinsam in einem 3D-System darzustellen. Also sehen Sie hier:

Hoppla, da ist offensichtlich noch eine Transformation mit den geeigneten sieben Helmertparametern erforderlich!

Also heißt es einige geeignete Passpunkte finden, ihre Koordinaten in geeigneter Weise aufschreiben und mit diesem Applet die Parameter berechnen (zur Transformation vom Punktemodell in das photogrammetrisch erzeugte Modell). Dann mit diesem Applet alle Punkte des Punktemodells mit diesen Parametern transformieren. Ich habe ja schon etwas Übung und brauche hoffentlich nicht allzu lange.

Das obige Modell können Sie auf folgende Weise in seinen Grundriss überführen: Bewegen Sie den Mauszeiger in das Appletfenster und betätigen Sie die rechte Maustaste. Wählen Sie im aufgehenden Fenster den Menüpunkt "Control Panel". In dem jetzt oben links aufgehenden Fenster wählen Sie "Inspector" und dann "Camera". Nun klicken Sie auf "Top (X-Y)" und schon haben Sie ungefähr den folgenden Grundriss:

Durch die Linien ist nun tatsächlich der Grundriss und insbesondere die Gliederung der "Außenhaut" viel besser zu erkennen. Ein eingeblendeter Grundriss der Kirche von der Homepage der Stadt Lahr / Schwarzwald zeigt, dass das Ergebnis ganz ordentlich passt:

Zum Originalgrundriss kommen Sie auf folgendem Weg. Jetzt wählen Sie "Stadtplan (Auflösung 1280 x 1024)". In das Feld oben rechts "Adresssuche" geben Sie ein: Dinglinger Hauptstraße 44 und klicken dann auf "Suchen". Dann wählen Sie Planinhalte, Basiskarten, Karten und Pläne. Dort klicken Sie auf "Liegenschaftskarte" und wählen den Maßstab 1:500. Etwa 45 m nordwestlich der rot markierten Hausnummer 44 finden Sie den gesuchgten Grundriss der Kirche "Heilig Geist" mit der Hausnummer 46.

Ein weiterer Aspekt, der die Photogrammetrie auszeichnet, soll nicht unerwähnt bleiben: Wenn mir später noch einfallen sollte, dass ich die Koordinaten eines Punktes bräuchte, den ich bislang noch nicht vermessen habe, so kann ich mir ein erneutes Anrücken mit dem Tachymeter an den Messort meist sparen, wenn ich den Weg über die Photogrammetrie wähle. Wenn nämlich der betreffende Punkt auf verschiedenen meiner Fotos zu sehen ist, kann ich seine Koordinaten auch noch später ermitteln und spare mir einigen sonst erforderlichen Aufwand.

Diese Seite wurde erstellt am 25.11.2007

Letzte Aktualisierung: 16.12.2007