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Die hellsten Planeten am Tage auffinden - wie kann man das mit einem Theodolit bewerkstelligen ?

Neu: Hier sind neuere Ergebnisse zu diesem Thema:

Mit einer Webcamera habe ich Bilder der Venus im hellen Tageslicht machen können!

Wenn Ihnen das Applet zur Fertigung einer Positionsliste für Fixsterne vielleicht gute Dienste geleistet hat - insbesondere, wenn Sie helle Fixsterne bei Tage mit einem Theodolit aufsuchen wollten - dann fragen Sie eventuell nach einem ähnlichen Programm für die Planeten. So ist beispielsweise die Beobachtung der Venus bei Tage wegen ihrer großen Helligkeit ja besonders gut möglich - ja,  wenn man nur genau wüsste, wo man sie zu suchen hat! Da mich diese Funktionalität für eigene Experimente sehr interessierte, habe ich ein Java-Programm erstellt, das eine ganz analoge Positionstabelle für die Planeten berechnet, wie Sie sie für Fixsterne im Netz leicht ausprobieren können.

Meine bislang einzigen Beobachtungen des Merkur habe ich übrigens nur am Tag machen können!

Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht !

Aber beachten Sie unbedingt :  Nie dürfen Sie, nachdem Sie den Theodolit auf die Zielkoordinaten eingestellt haben, ohne sorgfältige Vorprüfung einfach durch das Okular schauen. Wenn nämlich - was sogar nicht einmal so selten ist - die Sonne zu nahe beim eingestellten Planeten stehen sollte, dann würden Sie sich beim Hineinsehen sofort einen irreversiblen Augenschaden zuziehen ! -

Also bitte :

Vorsicht, Vorsicht, Vorsicht !

Die Berechnung einer Positionsliste (Ephemeride) für Planeten ist sehr rechenaufwändig, wenn sie genau sein soll ("Volle VSOP87-Genauigkeit !").

Daher habe ich an dieser Stelle auf ein Applet für diese Berechnung "im Netz und online" verzichtet. Lauffähig ist aber das entsprechende Java-Programm (das nicht mehr die Einschränkungen eines Applets aufweist). In der neuesten Version ist zur Arbeitserleichterung das Vorgehen nochmal deutlich einfacher geworden.

Wegen der erforderlichen Genauigkeit nimmt man eine Funkuhr zur Beobachtung mit. Der Theodolit (oder das Tachymeter) wird auf einem Punkt mit bekannten Gauß-Krüger-Koordinaten (z.B. auf einem Trigonometrischen Punkt, TP) aufgestellt. Dann wird ein Ziel - z.B. die Helmstange eines Kirchturms - mit ebenfalls bekannten G.K.-Koordinaten angezielt und in dieser Ausrichtung der Horizontalwinkel des Theodolits auf 0,0000 gon gestellt.

Das Programm berechnet nun für einen frei wählbaren Anfangszeitpunkt unter Berücksichtigung der lokalen Meridiankonvergenz den Horizontalwinkel und den Zenitwinkel für die Peilung zum Planeten und gibt die Koordinaten für weitere wählbare Zeitintervalle - z.B. für Zeitabstände von je 5 Minuten - im Textfenster aus. Ein Horizontwinkel von 170 gon bedeutet dann, dass der Theodolit vom Zielpunkt (z.B. Kirchturm) aus noch um 170 gon nach rechts gedreht werden muss, um den Planeten ins Fadenkreuz zu bekommen. Der jeweilige Zenitwinkel wird unter Bezug auf die lokale Horizontalebene (Einstellung mit Hilfe der Libelle am Theodolit) und unter Berücksichtigung der Luft-Refraktion berechnet. Für neue Beobachtungen hat man dann mindestens 5 Minuten Zeit um den Theodolit wieder in die nächste Zielrichtung einzustellen.

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Wenn Sie ausprobieren möchten, wie das mit den Fixsternen klappt, dann ist hier Gelegenheit, die Funktionalität online zu testen ! Bei den Fixsternen geht es auch ziemlich flott, weil deutlich weniger gerechnet werden muss. Inzwischen wurde aber auch für die Fixsterne ein Programm mit den oben beschriebenen Verbesserungen erstellt, das sich aber wegen seines Bezuges auf die jeweiligen lokalen Gegebenheiten (G.K.-Koordinaten) nur für den direkten Gebrauch am Ort der Beobachtungen eignet.

Diese Seite wurde am 21.4.2000 erstellt.   

Letzte Aktualisierung: 27.04.2006