Zurück

Teil 1

Eine weitere Hilfe zur Luftfeuchtebestimmung über die Psychrometer-Tafeln des Deutschen Wetterdienstes.

Bei meinen Recherchen zur Luftfeuchtebestimmung mittels eines Aspirationspsychrometers wurde ich bald aufmerksam auf die "Aspirations-Psychrometer-Tafeln", herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst (7. Auflage,1998). Leider blieben meine Bemühungen vergeblich, mir ein Exemplar dieses Tabellenwerkes zu beschaffen. Immerhin hat mir ein sehr hilfsbereiter Bekannter Kopien der ersten paar Seiten davon zukommen lassen. Auf diesen Seiten steht zu lesen, über welche Formeln die einzelnen Tafeln des Werkes berechnet wurden. Es lag also nahe, diese Berechnungen über ein entsprechend programmiertes Applet zugänglich zu machen, auch wenn einem die Tafeln heutzutage nicht mehr zum Kauf angeboten werden.

Wenn Sie beim Ausprobieren manchmal auf eine hartnäckige Verweigerung der Berechnung stoßen mögen, so liegt das wahrscheinlich daran, dass mit Ihren Eingabewerten die Bereiche überschritten wurden, die im Tafelwerk vorgegeben sind. Wenn Sie dies bei entsprechenden Fällen prüfen wollen, können Sie den Mauszeiger über die leer gebliebenen Textfelder bewegen. Es werden dann in einer aufgehenden kleinen Textzeile (Tooltip) die entsprechenden Bereichsgrenzen für die Eingabewerte kurz angezeigt.

Weiter sei angemerkt, dass in manchen Ergebniszeilen vor den berechneten Werten eingeklammerte Zahlen erscheinen. Dabei handelt es sich um die Nummern der entsprechenden Formeln in den "Erläuterungen zur Berechnung der Feuchtegrößen" auf den Seiten VIII bis XIV des Originaltextes.

Ob mir das Applet einigermaßen gelungen ist, bleibt bis zum heutigen Tag leider offen, denn ich muss mich mit meinem Netbook erst noch nach Freiburg zur Bibliothek des Meteorologischen Instituts begeben um dort die vom Applet berechneten Werte mit denen in den Tabellen des dortigen Exemplars vergleichen zu können. Ich bin sehr gespannt!

Und noch eine Anmerkung: Die Anzeige der Luftfeuchte mit Nachkommastellen muss als Scheingenauigkeit gelten. Damit man mit dem Applet aber ausprobieren kann, wie sich kleine Änderungen bei den Eingabewerten auf die berechneten Ergebniswerte auswirken, habe ich mich trotz aller Bedenken doch dazu entschlossen, die angezeigten Ergebniswerte nicht so zu runden, wie es geboten wäre. Wenn zwei Nachkommastellen angezeigt werden, kann man nämlich mit eigenen Versuchen ausloten, wie sich eine kleine Unsicherheit bei der Thermometerablesung auf die berechnete relative Feuchte auswirkt und dass sie sich manchmal auch schon vor dem Komma bemerkbar machen kann.

Wer aber lieber sinnvoll gerundete Werte haben möchte, kann sich neuerdings durch ein Häkchen in der Checkbox "gerundet wie in den Tafeln" die berechneten Ergebnisse auch so anzeigen lassen, wie sie in den Tafeln selbst erscheinen.

Vielleicht interessiert Sie auch, in welchem Maß sich der sog. Enhancement Factor auf die Ergebnisse auswirkt. Sie können wählen, ob er bei allen Auswertungen konstant bleiben soll - so wie es zum Beispiel bei den Tabellenwerten der Psychrometer-Tafeln mit dem konstanten Wert von 1.0047 gehalten wurde, oder ob dieser Wert sich den jeweiligen Eingaben der Temperatur und des Druckes anpasst. Diese Anpassung geschieht dann nach den Formeln, die D. Sonntag angibt in seiner Veröffentlichung: "Important new Values of the Physical Constants of 1986, Vapour Pressure Formulations based on the ITS-90, and Psychrometer Formulae" in Z. Meteorol. 70 (1990) 5, 340 - 344.

Einen Eindruck von der Druck- und Temperaturabhängigkeit des Enhancement Factors vermittelt die folgende Grafik. Die Höhe der Fläche über der Ebene von p und t entspricht dem zugehörigen gemäß den Formeln berechneten Enhancement Faktor beim jeweiligen Wertepaar aus Luftdruck und Lufttemperatur. Auf der vorn liegenden Achse sind die Temperaturen in Grad Celsius markiert, auf der Achse, die rechts nach hinten verläuft, kann man die Druckwerte in hPa ablesen. Die Enhancement Factors selbst sind reine Zahlenwerte um 1 herum.

Den Werten auf der rechten Seite der Grafik - also bei t > 80 °C und insbesondere dort bei niedrigem Luftdruck würde ich allerdings ziemlich misstrauen, zumal ja auch Faktoren < 1 wenig mit "enhancement" vereinbar scheinen!

 

Übrigens: Seit dem 21.10.2009, wo ich Gelegenheit bekam, Rechenergebnisse des Applets mit den Tafelwerten zu vergleichen, weiß ich: Das Applet rechnet richtig!

Diese Seite wurde erstellt am 7.10.2009

Letzte Aktualisierung am 2.11.2009