Gehversuche mit einem GPS-Messempfänger für Real-Time-Kinematik (SAPOS® - HEPS - RTK) - Teil 2

Mit dem neuen Gerät ist mir eine bemerkenswerte neue Unabhängigkeit zugewachsen. Es ist ein ganz neues Gefühl, wenn ich "irgendwo in der Landschaft" mit dem Messen loslegen kann, ohne dass ich mir vorher Koordinaten umliegender Messpunkte besorgen müsste. So konnte ich also auch hoffen, die Koordinaten der Helmstangen einiger Kirchtürme in meiner Gegend über die Methode des Vorwärtseinschneidens selbst zu bestimmen. Immerhin hatte ich mir schon längere Zeit die Sollwerte dieser Hochpunkte besorgt und war daher sehr gespannt, wie die gemessenen Werte wohl von diesen Sollwerten abweichen würden.

Schnell, vielleicht etwas vorschnell, eilte ich also nach Hugsweier und bestimmte von folgenden beiden Punkten die Winkel zwischen je einem Fernziel und der Helmstange des Hugsweirer Kirchturms:

Die so berechenbaren Lagekoordinaten des Kirchturms wiesen die folgenden Abweichungen von den Sollwerten des Kirchturms auf: Rechtswertabweichung: 3.1 cm, Hochwertabweichung: 0.1 cm.

Ob der deutliche Unterschied wohl als eher zufällig gelten kann? Mit meinem eigenen Applet schaute ich mir die Fehlerfigur an, die bei obiger Punktkonstellation zu erwarten wäre und da könnte man auch geneigt sein, an einen tatsächlichen Einfluss der Konstellation (Anstände vom Kirchturm und Winkel Turm, P1, P2 sowie Winkel P1, P2, Turm) zu "glauben"!

Lage der drei Punkte
Fehlerfigur

Wie man hier sieht, und wie Sie beim Spielen mit dem genannten Applet selbst ausprobieren können, wäre bei meiner hastig gewählten Lage der beiden Messpunkte im Bezug zueinander und relativ zum Zielpunkt tatsächlich die zu erwartende Unsicherheit des Rechtswertes deutlich größer als die Unsicherheit beim Hochwert. Beim Ausprobieren mit dem Applet wird auch erkennbar, dass wohl die optimale Konstellation so aussehen müsste: Der Abstand der beiden Messpunkte vom Zielpunkt sollte etwa gleich sein und der Winkel am Zielpunkt zwischen den Richtungen zu den beiden Messpunkten sollte etwa 90 Grad betragen. Dann wird die Fehlerfigur zu einem Kreis, und demgemäß werden die Rechts- und die Hochwertunsicherheit etwa gleich groß.

Es liegt daher nahe: Erstens sollte ich die Lage meiner Messpunkte besser planen und zweitens sollte ich nicht nur von zwei Punkten aus messen, damit ich anhand der Widersprüche in den Ergebnissen die Unsicherheit des Resultats besser einschätzen könnte.

Die Seite wurde erstellt am 25.07.2005,

letzte Aktualisierung: 25.07.2005