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"Moving Map" heißt der einprägsame Begriff, der mein Ziel beschreibt 

 

Es soll der jeweilige Standort meines Autos auf dem Bildschirm eines Laptop angezeigt werden und zwar auf der dort abgebildeten Karte der jeweiligen Gegend. Da nun die Karten von Deutschland auf Potsdam-Datum bezogen sind, muss natürlich die Ortsangabe des Satellitenempfängers, die im WGS84-Datum erfolgt, in Länge- und Breitengrad des Potsdam-Datums umgerechnet werden - oder, was sicher noch sinnvoller ist, gleich in einen Hoch- und einen Rechtswert, also in Gauß-Krüger-Koordinaten. Diese Koordinaten haben nämlich den Vorteil, in Metern gemessen zu werden. Es können daher aus solchen Angaben über den Satz des Pythagoras leicht Entfernungen berechnet werden.

Das Programm sollte also die Daten des Satellitenempfängers über die serielle Schnittstelle empfangen und den passenden Kartenausschnitt auf der Festplatte auswählen und auf den Bildschirm bringen. Nun muss in einer weiteren  Koordinatentransformation die Ortsangabe des Empfängers in die entsprechenden x- und y-Werte der Bilddatei umgerechnet werden, damit an dieser Stelle dann die Bildmarke für mein Fahrzeug in das Kartenbild eingeblendet werden kann.

Die Karten kann man entweder gleich auf CD kaufen oder man liest gekaufte Straßenkarten über einen Scanner in den Rechner ein und stellt sich so die interessierenden Kartendateien selbst zusammen. Jetzt muss in jeder Kartendatei über einige (mindestens 3) Punkte, die auf der Karte und im Gelände möglichst präzise auszumachen sind, ein Satz von Transformationsparametern berechnet werden, die die obige rechnerische Zuordnung von Gelände- und Bildschirmpunkten erst ermöglichen. Dazu habe ich immer gern die Gelegenheit genutzt, mit einem GPS-Empfänger an die betreffenden Stellen hinzufahren und die geografischen Koordinaten dort selbst zu bestimmen - da kommt "Werkstattstimmung" auf !

Es war eine große Freude, als ich mich auf diese Weise zum ersten Mal auf der Karte im Laptop wiederfand und die Fahrt  auf dem Bildschirm mitverfolgen konnte. Natürlich habe ich auch die Möglichkeit vorgesehen, eine Fahrt mitzuprotokollieren. So können dann frühere Fahrten auf dem Bildschirm nachvollzogen werden. Es klappt inzwischen wirklich zufriedenstellend, zumal seit der Abschaltung der künstlichen Genauigkeitsminderung (SA) im Mai 2000.

Bei unserer letzten Reise in die Toscana hat uns das Programm zusammen mit den vorher eingescannten Karten unserer geplanten Route sehr gute Dienste geleistet.

Nun kommt aber der Clou : Nach langen Mühen lief die Sache auf DOS-Ebene exzellent, da entdeckte ich das Internet - und siehe da : Dort war (damals) ein ebensolches Programm für Windows (noch) unentgeltlich zu haben . - So etwa muss man sich wohl fühlen, wenn man bei einer "Erstbesteigung" die Spuren von Vorgängern im Schnee findet.

Nun, wenn ich schon nach längerer Zeit mal wieder diese Seite durchsehe, sollte ich anmerken: Sie sind lange her, die Versuche mit selbst gestricktem moving-map! Inzwischen nutze ich die von den Landesvermessungsämtern auf CD herausgebrachten TOP25-Karten, die nun wirklich eigene Anstrengungen auf diesem Feld haben obsolet werden lassen. Ich denke aber, dass Sie das sicher schon lange bemerkt haben werden und wahrscheinlich diese schöne Möglichkeit auch nutzen. Die Kommunikation mit der "GPS-Maus" auf dem Autodach erfolgt bei mir noch über die serielle Schnittstelle, also über ein Kabel. Übrigens habe ich dieser Tage erst auch französische CD dieser Art gefunden, die ebenfalls hervorragend funktionieren und die sich zum schnelleren Zugriff auch auf die Festplatte des Notebook transferieren lassen (ohne die Klimmzüge mit einer virtuellen CD). Da könnten unsere deutschen TOP-CD-Programme noch nachbessern. Hier der Weg zur Quelle ( CD ROM CartoExploreur 3) :

Und noch etwas: Diese "echten" Moving-map Programme bieten natürlich keine Möglichkeiten wie die viel bekannteren Navigationsprogramme heutiger Tage. Die Kartendarstellung ist dafür aber in Form echter Pixelgrafik sehr viel detailreicher (auch fast jeder Feldweg ist erfasst) als die wahrscheinlich über Vektorgrafik konzipierten reinen Navigationslösungen. Man hat also inzwischen zwei unterschiedliche Arten von Angeboten und kann sie je nach Bedarf beide sehr gut nutzen. Lösungen mit PDA-Geräten habe ich noch nicht ausprobiert, sie haben aber auch bei mir schon Begehrlichkeiten geweckt - wenn nur nicht meine immer geringer werdende Sehfähigkeit den Wunsch nach einer Lupe oder halt doch etwas größerem Bildschirm aufkommen ließe und mich deswegen "ausbremsen" würde.

Auch auf diesem technischen Sektor ist also noch alles im Fluss und ich bin weiterhin sehr am Fortschritt interessiert.

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Letzte Aktualisierung : 24.03.2005